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Persönliche Frauenberatung · online & ortsunabhängig
Wissen & Tipps · Tanja Menzel

Wenn du streng mit dir sprichst: einen Satz genauer betrachten

Zwischen sachlicher Rückmeldung und pauschalem Selbsturteil unterscheiden: alltagsnahe Beispiele für einen faireren Umgang mit den eigenen Worten.

Von Tanja Menzel · Frauenberaterin & Familien-Coach3 Minuten Lesezeit · Stand: 02.11.2026
Symbolbild: Hände mit einer Tasse neben einem Notizbuch
Symbolbild · Kelly Sikkema / Unsplash ↗

„Das bekomme ich nie hin.“ Ein solcher Satz kann nach einem unangenehmen Gespräch oder einer unerledigten Aufgabe schnell auftauchen. Vielleicht würdest du einer Freundin in derselben Situation viel genauer zuhören, während du bei dir selbst sofort ein Gesamturteil fällst.

Du musst dir deshalb nicht das Gegenteil einreden oder besonders positive Sätze vorsagen. Ein möglicher Anfang ist, deine eigene Beschreibung etwas konkreter und fairer zu machen.

Was ist passiert, bevor du dich bewertet hast?

Bleibe bei einem überschaubaren Vorgang: Eine Nachricht blieb unbeantwortet. Du hast etwas vergessen. Oder ein Gespräch verlief anders, als du es dir gewünscht hattest. Was davon kannst du tatsächlich benennen?

„Ich habe die Rückmeldung heute nicht geschafft“ beschreibt etwas anderes als „Ich bin grundsätzlich unzuverlässig“. Die genauere Beschreibung lässt weiterhin Raum dafür, Verantwortung zu übernehmen, ohne daraus ein Urteil über dein ganzes Leben zu machen.

Welche Information fehlt in deinem eigenen Urteil?

Vielleicht gab es gleichzeitig mehrere dringende Aufgaben. Vielleicht war eine Absprache unklar. Das sind mögliche Umstände, die du betrachten kannst; sie müssen keine automatische Entschuldigung für alles sein.

  • Welche Anforderung war tatsächlich vereinbart?
  • Welche Möglichkeiten standen mir in der Situation zur Verfügung?
  • Was würde ich einer anderen Person zusätzlich zugestehen oder nachfragen?

Du kannst zugleich feststellen, dass du etwas anders machen möchtest. Fair mit dir zu sprechen bedeutet nicht, jede Korrektur zu vermeiden.

Formuliere eine Rückmeldung, mit der du etwas anfangen kannst

Statt „Mit mir ist kein vernünftiges Gespräch möglich“ könntest du sagen: „Ich habe meine Frage in diesem Gespräch nicht klar ausgesprochen. Beim nächsten Mal möchte ich sie vorher in einem Satz formulieren.“

Ein brauchbarer Satz benennt möglichst einen Vorgang und eine mögliche nächste Handlung. Er muss nicht freundlich klingen, wenn sich das für dich gerade künstlich anfühlt. Zunächst kann schon sachlicher genügen.

Aus der Rückmeldung muss kein neues Pflichtprogramm werden

Du brauchst nicht jeden inneren Satz zu beobachten oder in eine bessere Form zu bringen. Wähle, wenn du möchtest, eine einzige Alltagssituation. Du darfst auch feststellen, dass du dazu gerade nichts notieren oder üben möchtest.

Wenn du Notizen verwendest, behalte sie an einem passenden privaten Ort. Auf dieser Website gibt es dafür keine Eingabefelder und keine automatische Auswertung. Ein einzelner Satz erlaubt keine persönliche fachliche Einschätzung über dich.

Deine eigenen Maßstäbe im Gespräch mit Tanja

In der Beratung zu Selbstwert und eigenen Wünschen können wir konkrete Erwartungen und deinen Umgang mit einer Alltagssituation betrachten. Ich gebe dir keine Bewertung deiner Persönlichkeit und leite aus deinen Worten keine Erkrankung ab.

Wenn vor allem hohe Ansprüche an Aufgaben dahinterstehen, ergänzt der Beitrag Wenn gut nie gut genug ist diese Fragen. Im persönlichen Gespräch geht es darum, einen für dich nachvollziehbaren nächsten Schritt zu finden.

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